Internationaler Austausch mit KEPCO zur Transformation der Stromnetze - consentec

Internationaler Austausch mit KEPCO zur Transformation der Stromnetze

Beitrag verfasst von Sebastian Willemsen & Max Wertenbruch

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KEPCO-Delegation mit Sebastian Willemsen & Max Wertenbruch

Am 6. und 7. Juli begrüßten wir bei Consentec in Aachen eine Delegation der Korea Electric Power Corporation, kurz KEPCO, zu einem zweitägigen Workshop. Im Mittelpunkt standen der fachliche Austausch über die Transformation moderner Stromsysteme, langfristige Netzplanung und praktische Erfahrungen aus der Entwicklung des deutschen Übertragungsnetzes im Kontext der Energiewende.

Die Anforderungen an Stromnetze verändern sich grundlegend: Der Ausbau erneuerbarer Energien, neue Verbrauchsstrukturen, Elektrifizierung in Wärme, Verkehr und Industrie sowie neue Technologien wie Wasserstoff, Batteriespeicher und Rechenzentren machen eine vorausschauende und robuste Planung immer wichtiger. Gleichzeitig müssen Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit, Akzeptanz und praktische Umsetzbarkeit gewährleistet bleiben.

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Vorbereiteter Meetingraum mit Namensschildern der Vortragenden; im Hintergrund die Agenda des Workshops

Im Workshop berichteten wir über Erfahrungen aus der Entwicklung des deutschen Stromsystems. Diskutiert wurden unter anderem langfristige Stromsystem- und Netzstudien, Szenarioentwicklung, der Umgang mit Unsicherheiten sowie die Frage, wie technische Analysen konkrete Planungs- und Investitionsentscheidungen unterstützen können. Auch Netzmodellierung, Engpassanalysen und Zuverlässigkeitsbetrachtungen spielten dabei eine wichtige Rolle.

Ein weiterer Schwerpunkt war der deutsche Netzentwicklungsplan-Prozess. Wir erläuterten, wie Szenariorahmen, System- und Netzanalysen, Konsultationen und regulatorische Prüfungen ineinandergreifen und wie daraus konkrete Ausbauvorhaben entstehen. Dabei wurde deutlich, dass erfolgreiche Netzplanung nicht nur technische Expertise erfordert, sondern auch transparente Prozesse, nachvollziehbare Annahmen und die Einbindung verschiedener Stakeholder.

Neben der Planung standen praktische Erfahrungen aus großen Übertragungsnetzprojekten wie SuedLink und SuedOstLink im Fokus. Themen wie Trassenfindung, Genehmigungen, Umweltprüfungen, Akzeptanz, veränderte Rahmenbedingungen und Projektrisiken zeigten, wie anspruchsvoll die Umsetzung großer Infrastrukturvorhaben in der Praxis ist.

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KEPCO-Delegation & Consentec während des Workshops

Besonders wertvoll war der gegenseitige Austausch. Auch wir konnten viel über die koreanische Perspektive lernen. Die KEPCO-Delegation brachte umfangreiche Erfahrungen aus Netzplanung, Genehmigung, Bau, Trassierung und Stakeholder-Management mit. Der Vergleich der deutschen und koreanischen Rahmenbedingungen zeigte: Auch wenn Stromsysteme national unterschiedlich organisiert sind, ähneln sich viele zentrale Herausforderungen.

Der Workshop hat erneut verdeutlicht, wie wichtig internationaler Dialog für die Weiterentwicklung von Stromsystemen ist. Der Austausch über Prozesse, Herausforderungen, Lernerfahrungen und erfolgreiche Ansätze hilft, eigene Perspektiven zu erweitern und bessere Lösungen für die Transformation der Energiesysteme zu entwickeln. Wir freuen uns über den offenen und konstruktiven Austausch mit KEPCO und nehmen viele spannende Impulse aus den Gesprächen mit.